Erfolgsgeschichten
Dr. Arman Vardanyan, Senior Portfolio Manager der zwei APM Mikrofinanzfonds, besuchte im August 2012 in seinem Heimatland Armenien das Mikrofinanzinstitut „Small Enterprise Foundation" (SEF) International. Der „Dual Return Fund–Vision MicrofinanceLocal Currency“ investierte kurz zuvor nach einer sorgfältigen Due Diligence erstmalig in SEF International. SEF wurde von World Vision International zur Verbesserung des armenischen Arbeitsmarktes für die mittellose Bevölkerungsschicht geschaffen. 75 % der Kunden von SEF widmen sich armen, ländlichen Gemeinschaften.

Arman Vardanyan fasst die wirtschaftliche Situation zusammen: „Armenien konnte in den letzten Jahren positive makroökonomische Voraussetzungen für eine Marktwirtschaft schaffen. Trotz der globalen Finanzkrise, die eine erhebliche Auswirkung auf die Wirtschaft Armeniens hatte, konnte das Land 2011 ein BIP-Wachstum von 4,6% verzeichnen. Jedoch sind die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Armut im ländlichen und städtischen Raum gravierend. Laut Weltbank stieg die Armutsquote von 27,6 % im Jahr 2008 auf 35,8 % in 2010. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Mittel für Sozialausgaben sowie Pensionen erhöht. Einer der wichtigsten Faktoren, um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, ist eine Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsumfeldes. Derzeitige institutionelle Reformen sollen eine Integration in die Weltwirtschaft fördern. Die EU ist Armeniens wichtigster Handelspartner und unterstützt das Land in seinen politischen und wirtschaftlichen Reformen.
Innerhalb des Mikrofinanzsektors in Armenien ist der Wettbewerb hoch. Mikrofinanzinstitute sind bestrebt, ihre Produkte und Dienstleistungen den wachsenden Bedürfnissen der Mikrokreditnehmer anzupassen. So plant auch SEF neue Kreditprodukte insbesondere für den Agrarsektor sowie einen Ausbau ihrer Niederlassungen. Im Rahmen meines Besuches unseres Partnerinstitutes SEF International traf ich Führungskräfte und Mitarbeiter verschiedener SEF Niederlassungen und konnte mich vor Ort überzeugen, wie Kleinstunternehmer dank Mikrokredite ihre wirtschaftlichen Pläne realisieren konnten.“
Kleinnunternehmer Erfolgsgeschichten

Gegham Grigoryan, 48, lebt mit seiner Frau, einer Krankenschwester, und seinen zwei Kindern im Schulalter in Jerewan. Herr Grigoryan betreibt eine kleine Nähwerkstatt, in der er medizinische Berufskleidung herstellt. Die Nähstube befindet sich in einem gemieteten Raum eines Krankenhauses in Jerewan. Früher arbeitete Herr Grigoryan als Schneider. Zu Beginn der 90er Jahre, als Armenien eine wirtschaftliche Krise erlebte, wurde es zunehmend schwieriger, den Lebensunterhalt für die Familie zu finanzieren.
Herr Grigoryan entschloss deshalb, 1993 sein eigenes Unternehmen zu gründen. Zu dieser Zeit wurden Privatunternehmen in Armenien erstmals legalisiert und Herr Grigoryan war einer der Ersten, der medizinische Uniformen in privater Produktion anfertigte. Es folgten viele Herausforderungen wie z.B. eine Energiekrise, in der Herr Grigoryan seine Produktion dank Generatoren aufrecht halten konnte. Grigoryans Zielstrebigkeit und Entschlossenheit verhalfen ihm zu einem loyalen und kontinuierlich wachsenden Kundenkreis, der sich rasch weit über die Stadtgrenze Jerewans ausdehnte. Herr Grigoryan beschäftigt derzeit 4 Schneider und stellt bei Großaufträgen zwei weitere Nähhilfen ein.
Um seinen Betrieb auch zukünftig auszubauen, bewarb sich Herr Grigoryan bei SEF International um einen Kredit in der Höhe von 3.000 USD. Diese finanziellen Mittel ermöglichten es Herrn Grigoryan, Textilien in größerem Umfang zu besseren Konditionen zu erwerben. Dies wiederum verhalf ihm dazu, seine Aufträge fristgerecht zu erfüllen und führte zu einer stabilen Entwicklung seines Unternehmens, auf das er zu Recht außerordentlich stolz ist.

Aram Begijanyan, 32, lebt mit seiner Frau und zwei Kindern, einer vierjährigen Tochter und einem sechsjährigen Sohn, in dem Dorf Dimitrov in der Ararat-Region. Herr Begijanyan betreibt eine kleine Landwirtschaft, in der er Hühner und Enten hält und bestellt Felder mit Paprika und Tomaten. In seinem Obstgarten wachsen Aprikosen-, Pfirsich- und Kirschbäume. Herr Begijanyans Frau, Serine, 26, führt den Haushalt und unterstützt ihren Mann in der Landwirtschaft. Um das Familieneinkommen aufzubessern, führt Herr Begijanyan auch von Zeit zu Zeit elektrische Reparaturen durch.
Ein Kredit in der Höhe von 1.500 USD von SEF International ermöglichte es Herrn Begijanyan, seine Landwirtschaft zu verbessern und zu vergrößern. Er kaufte 50 zusätzliche Hühner sowie einen speziellen Brutkasten, der Hühnereiner innerhalb kürzester Zeit ausbrütet. Somit kann Herr Begijanyan sowohl Eier als auch Hühner verkaufen.

Einen anderen Teil des Kredits investierte Herr Begijanyan in den Kauf von Düngemittel für seinen Gemüse- und Obstgarten. Darüber hinaus ermöglichte der Kredit ihm, seine zwei Gewächshäuser zu reparieren und neue Polyethylenfolien dafür zu kaufen. Diese Investitionen hatten eine große positive Auswirkung: das Familieneinkommen verbesserte sich um 30 USD und beträgt nun 200 USD monatlich. Damit sind die Lebenserhaltungskosten der Familie gedeckt und erlauben es Herrn Begijanyan, Geld für eine Hausrenovierung anzusparen. Dadurch verbessert sich wiederum die Lebensqualität der jungen Familie.
Über SEF International
SEF International Universal Credit Organisation wurde 1997 von World Vision International gegründet. Seit 2009 ist SEF im Besitz von Vision Fund International, ein Mikrofinanz-Zweigunternehmen von World Vision.
SEF vergibt Kredite an Bauern, Unternehmer und kleine Firmen und gewährt Renovierungs- und Konsumkredite. SEFs kostenlose Finanzberatung, der rasche Kreditabwicklungsprozess sowie flexible Kreditbedingungen sollen Kleinstunternehmer zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Kleinkrediten verhelfen, um ihre Klein(st)unternehmen auszubauen und das Einkommen zu steigern, sodass für ein gesundes und nachhaltiges Leben für ihre Familien und Kinder gesorgt ist.
SEF International beschäftigt 129 Mitarbeiter (die Anzahl verdoppelte sich seit 2009) und bedient über 13.000 Kunden in 8 Regionen Armeniens: zwei Niederlassungen in Jerevan, Niederlassungen in Armavir, Gyumri, Sisian, Talin, Kapan, Artashat sowie Repräsentanzen in Stepanavan, Yeghegnadzor, Goris und Meghri.
Soziale Wirkung
SEF hat seit seiner Gründung eine sichtbare soziale Wirkung erzielen können. Bis dato vergab SEF Kredite in Höhe von 49 Mio. USD, schuf über 40.000 Jobs und verbesserte damit das Leben von über 78.000 Kindern nachhaltig.
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